Privatgarten Zentralschweiz

Da viel Zeit in den eigenen Wohnräumen verbracht wird, sollte der dazugehörige Dachgarten auch von innen heraus faszinieren und den Wunsch wecken, nach Draussen auf die Terrasse zu gehen. Wenn ein Aussenraum visuell begeistert, entsteht ein Gefühl von Raum und Freiheit, das den Übergang zu einem vielfältigen Naturerlebnis macht.

Lsla Landschaftsarchitektur Gestaltung Stahl Stauden Acer Palmatum Kriecher Hakonechloa Taxus 1
Lsla Landschaftsarchitektur Gestaltung Stahl Stauden Acer Palmatum Kriecher Hakonechloa Taxus Euphorbia Stachys
Lsla Landschaftsarchitektur Gestaltung Stahl Stauden Acer Palmatum Kriecher Hakonechloa Taxus Rosmarin 2
Lsla Landschaftsarchitektur Gestaltung Stahl Stauden Heptacodium Kriecher Hakonechloa Taxus Rosmarin
Lsla Landschaftsarchitektur Gestaltung Stahl Stauden Kriecher Hakonechloa Taxus Rosmarin 3
Lsla Landschaftsarchitektur Gestaltung Stahl Stauden Rost Kriecher Hakonechloa Thymus Phlomis

Grün macht Klima

Diese neu inszenierte Dachgarten-Oase liegt mitten in der Kernzone einer Gemeinde in der Zentralschweiz und bietet heute eine natürliche und vielseitig nutzbare Wohnqualität. Dort oben ist man noch Teil des urbanen Lebens und dennoch geschützt hinter dichtem Grün.

Hier verknüpft das neue Gestaltungskonzept scheinbare Widersprüche: Einerseits Intimität und Rückzug, andererseits die Nähe zum pulsierenden Leben und eine beeindruckende Aussicht.

Die längliche Dachterrasse, angesiedelt zwischen Häuserzeilen und öffentlichem Raum, gehört zur Maissonette-Wohnung eines älteren Mehrfamilienhauses. Von dort oben schweift der Blick über mächtige Baumkronen zu historischen Giebeldächern und schlussendlich zur Rigi, dem majestätischen Bergmassiv.

Dieser grossartige Rundblick stand einer anspruchsvollen, gestalterischen Ausgangslage gegenüber: Ein schmaler, Korridor-ähnlicher Terrassenbereich mit eingeschränkter räumlicher Differenzierung und ohne nennenswerte Bepflanzung. Hinzu kommt, dass die Dachterrasse von morgens früh bis spät abends viel Sonnenlicht bekommt. Im Hochsommer allerdings so viel, dass sie sich tagsüber in einen glühenden Backofen verwandelte und erst mit dem Abendrot genutzt werden konnte.

Ein behaglicher Aufenthaltsort in luftiger Höhe fühlt sich anders an. Es galt mit Pflanzen und passender Materialität die Situation zu entschärfen - den Ort zu beschatten und zu kühlen. Gleichzeitig sollte die Terrasse eine einladende und behagliche Ausstrahlung erhalten.

Mehr Grün und Struktur war somit die Essenz des Gestaltungskonzepts. Das schliesst Bodenbeläge und Pflanzen mit ein, die das Kleinklima auf der Terrasse positiv beeinflussen, die kühlenden Schatten spenden sowie vielfältige und behagliche Gartenräume schaffen. All dies erfolgte mit Rücksicht auf die statischen Gegebenheiten des Gebäudes. Letztendlich entscheidet die Tragfähigkeit des Daches, was möglich ist.

Mit einer lediglich 15cm dünnen Betondeckendicke war es in diesem Projekt eine knifflige Aufgabe, die eine ausgeklügelte Lösung verlangte. Eine konstruktive Finesse machte die angedachte Gestaltungsidee ausführbar.

Heute umfasst die Terrasse sechs grosse, massgefertigte, dreieckige Stahlgefässe mit sandgestrahlter Oberfläche, bodentiefe Pflanzflächen, Sandsteinplatten mit roh gespaltener Oberfläche und Holzbeläge.

Ungeachtet der Dimension der Stahlgefässe gehören die Gehölze mitunter zu den Hauptakteuren und sind der lebendige Höhenpunkt des Dachgartenbildes. Doch die Pflanzenverwendung beschränkt sich keineswegs auf die Gehölzgruppierungen. In den stählernen Gefässen und bodennahen Pflanzflächen findet sich ein natürliches und üppiges Leben an Stauden und Gräsern. Um ein vielseitiges Gartengefühl zu erwecken, wurden Blattstrukturstauden, Gräser und akzentsetzenden Blütenstauden gepflanzt. Die verschiedenen Grüntöne, Strukturen sowie farblichen Aspekte schenken dem Dachgartenbild ein ganzjährliches und abwechslungsreiches Erlebnis.

Die neu entworfene Dachgartenlandschaft ordnet das Zusammenspiel der einzelnen Elemente, strukturiert den Aussenraum, wirkt raumbildend und schafft eine lebendige, gartenähnliche Stimmung. Die einzelnen Räume fliessen nicht etwa ineinander, sondern sind vielmehr zart miteinander verbunden. Diese Verknüpfung wird durch Blickachsen gefördert - zusätzlich durch unterschiedliche Terrainhöhen, einer vielfältigen Bepflanzung und kontrastreicher Materialität betont. Zugleich zieht sich der grüne Korridor vereinend durch die einzelnen Aussenräume, lässt wechselnde Eindrücke entstehen und mündet an jener Stelle, wo sich die Terrasse verbreitert und sich zum geselligen Mittelpunkt entfaltet.

Die Eibenhecken als grüner Hintergrund definieren mitunter den Rahmen der Dachgartenlandschaft und stellen gleichzeitig einen Bezug zu den benachbarten Baumwipfeln her. Die Neugestaltung verändert die Wahrnehmung des Terrassenkorridors erheblich. Eine eindrückliche und vielschichtige Dynamik nimmt hier ihren Lauf.

Von den Wohnräumen aus blickt man heute in eine üppige Pflanzenwelt, die zusammen mit den natürlichen Bodenbelägen ein Gefühl von Garten in das Gebäudeinnere tragen. Diese neue Sichtbeziehung von Innen nach Aussen erweitert den Wohnraum ins Grüne hinaus.